KONSUMENT.AT - Betrugsplattformen im Internet - Cold Calling und betrügerische "Investitionsmöglichkeiten"

Betrugsplattformen im Internet

Dubiose "Geldanlage"-Portale

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KONSUMENT 9/2020 veröffentlicht: 27.08.2020

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Sie wirken seriös, sind aber höchst dubios: "Geldanlage"-Portale im Internet ziehen den Leuten das Geld aus der Tasche. Im schlimmsten Fall droht der finanzielle Ruin.

Bild: treety / Shutterstock.com

Anrufe von falschen "Anlageberatern"

Sie heißt Anna. Oder vielleicht Emilia. Ihre Telefonstimme: interessant, freundlich, mit leichtem Akzent. Oder aber auch akzentfrei. Sie fragt nach dem werten Befinden, will Smalltalk machen. Wer ist sie denn bitteschön und was will sie? Sie sagt, sie sei eine Kundenbetreuerin eines Internet-Anlageportals und habe da eine tolle, wasserdichte Investitionsgelegenheit. "Soso, nein danke, kein Bedarf." Ein paar Tage später wieder ein Anruf. Diesmal Frank, ein männlicher "Anlageberater". Man habe ja schon mit einer Kollegin gesprochen und ein Produkt abgeschlossen. "Wie bitte, was habe ich?" Man wird unsicher. "Nein, das habe ich ­sicher nicht!" Das Abblocken wird schärfer: "Kein Interesse!" Woher hat er überhaupt die Telefon­nummer? "Löscht mich aus eurer Liste!" Danach noch wochenlang SMS-Nachrichten, die auf ein Anlageportal im Internet zu lotsen versuchen.

Wer standhaft bleibt, mag diese Keilerei anmaßend und nervtötend finden, viel mehr ist aber nicht passiert. Doch wehe dem, der bei diesem Köder anbeißt! Im schlimmsten Fall droht der finanzielle Ruin.

Schaden in Milliardenhöhe

Internet-Mafia. Betrugsindustrie im Internet. Die Benennungen sind mannigfach, die Masche dahinter ist stets sehr ähnlich. Schätzungen gehen davon aus, dass der Schaden in die Milliarden geht. Allein in ­Europa. Die Geschädigten? Kleinanleger wie Sie und ich.

Derzeit, so scheint es, gehen diese dubiosen "Anlageprofis" wieder vermehrt auf Kunden­fang.

Betrügerische Internetportale

Es dürften wohl einige Hundert ­Internetseiten sein, mit im Grunde sehr ­ähnlicher Struktur und ähnlichen "Programmen". Der Schluss liegt nahe, dass die ­Hintermänner wohl oft gleich mehrere ­Seiten betreiben.

Klar, die Zeiten sind (wirtschaftlich) unsicher, herkömmliche Anlageprodukte werfen ­wenig Zinsen ab. Da ist die Verheißung vom schnellen Geld für manche Konsumenten umso verlockender. Beim Kundenfang wird schamlos übertrieben und auch versucht, mit falschen Botschaften Seriosität zu ­suggerieren. Skeptiker überzeugt man ­bisweilen mit Verschwörungstheorien.

Wie arbeiten diese Plattformen konkret und was ist das Geschäftsmodell dahinter? Die folgenden Beschreibungen sind exem­­p­larisch und können in der Praxis leicht ­abweichen. 


Dieser Artikel entstand im Rahmen der „Action 670702 – ECC-NET AT FPA“, für welche das Europäische Verbraucherzentrum Österreich Förderungen aus den Mitteln des Verbraucherprogramms der Europäischen Union (2014–2020) erhält.

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Kommentare

  • Kein Mitleid mit Opfern!
    von timmy_30 am 07.10.2020 um 17:32
    Ich muss das schon mal sagen, ich habe (fast) kein Mitleid mit den Opfern. Warum passiert sowas immer wieder und immer öfters? Es ist die menschliche Gier nach immer mehr, das schnell erhoffte Geld. Da werden viele einfach blind bzw. schaltet der menschliche Hausverstand aus.
  • Meldung an die RTR bei Belästigungsanrufen
    von asbachuralt am 30.08.2020 um 12:33
    Die angezeigte Nummer einfach der RTR melden. Sollte eine Rufnummer unterdrückt sein, hebt man normalerweise ohnehin nicht ab.